Die Waldarbeit

 

Wenn im Herbst die Erntearbeiten abgeschlossen waren und der Winter nahte, gingen die Männer in den Wald um das Brennholz zu schlagen. Axt, Spalthammer, Keile, "Trummsäge" und Bügelsäge waren die wichtigsten Werkzeuge. Die Trummsäge war eine Zweimannsäge, mit ihr wurden die Stämme in 1 m lange Stücke gesägt, die je nach Dicke noch ein- oder mehrmals gespalten wurden. Man setzte sie als so genannte Klafter auf. (Klafter = 4 Raummeter) Erst 1962 wurde die erste Motorsäge angeschafft. Es begann die Technisierung der Waldarbeit, mit all ihren Nachteilen, die wir heute zu spüren bekommen: Arbeitslosigkeit, Preisverfall, trotz teilweise höherer Produktionskosten.

In den 60er Jahren lag der Holzpreis für einen fm Fichten-Starkholz bei 200 DM und der Stundenlohn der Waldarbeiter bei 4 DM. Von einem fm konnte die Gemeinde beinahe 50 Arbeitsstunden bezahlen. Heute liegt der Stundenlohn einschl. Lohnnebenkosten bei über 30 Euro und der gleiche fm Fichte kostet 50 Euro.

 Im Frühjahr, wenn die Wege wieder passierbar waren. wurde das Holz mit Kuh- oder Pferdefuhrwerken nach Hause gefahren. Dort wurde es, so wie die Zeit es erlaubte, für den nächsten Winter weiter verarbeitet und zum Trocknen aufgesetzt, teils als lange Scheite zum Brotbacken, teils in kleine Scheite zersägt und gespalten für den Küchenherd. Die gute Stube wurde nur an besonderen Feiertagen im Winter beheizt. Das Sägemehl wurde teils für das Räuchern von Schinken und Wurst verwertet, teils wurde es im Bauerngarten verwendet um die Schnecken von den Erdbeeren fernzuhalten.

Klafterholz

 

 

Die Mündersbacher Frauen und Mädchen besserten mit Forstarbeiten die Haushaltskasse auf. An dem Fuß im Vordergrund (Inge Scheuer), sieht man die Nagelreihen und die metallene Stoßplatte an der Fußspitze, die damals die Abnutzung der Ledersohlen verzögern sollten

Copyright © 2003 Gemeindeverwaltung Mündersbach.  Alle Rechte vorbehalten. Letzte Bearbeitung am Montag, 01 März 2010